Schon morgens merkt man, heute ist ein guter Tag – ich habe Lust aufs Nähen – Zeit und sturmfrei. Perfekte Voraussetzungen für einen Tag vor der Nähmaschine, am Besten noch mit einem frischen Kaffee! :-) Der Faden ist schnell eingelegt, der Stich gewählt und das Nähgut unter das Füßchen geschoben. Man fängt an das Pedal leicht nach unten zu drücken, die Nadel bewegt sich, die Maschine rattert gewohnt vor sich hin. Doch dann…. die Naht gleicht auf der Oberseite einer Kraterlandschaft, auf der Unterseite herrscht das reinste Fadenwirrwarr. Fuß vom Pedal, Fäden abgeschnitten, Maschine neu eingefädelt, Einstellungen überprüft und „Naht“ aufgetrennt. Bereit für einen neuen Versuch. Doch auch der zweite Anlauf muss nach einigen Stichen abgebrochen werden. Ein Tag der so gut begonnen hat zehrt schon nach wenigen Stunden an den Nerven.

Bereits vor Weihnachten hatte meine Nähmaschine immer wieder divenhafte Starallüren und hat alles getan um mich zur Verzweiflung zu bringen. Erst war die Oberfadenspannung zu streng, dann – ohne dass ich eine Änderung vorgenommen hätte plötzlich zu lasch. Ein Drehen des Fadenspannungsrädchens zeigte in etwa das gleiche Ergebnis wie die Versuche einen Hund zum fliegen zu überreden. Alles Maschine aus- und einschalten war ohne Erfolg. Am nächsten Tag dann war alles wieder gut und ich konnte weiternähen – bis zur nächsten bösen Überraschung. In den vergangenen Wochen hat meine NäMa dieses Verhalten immer häufiger an den Tag gelegt und mir damit schon beinahe die Lust am Nähen geraubt. Eines Abends, ich war gerade dabei die letzte Applikation auf ein ansonsten fertiges Shirt aufzubringen, ging es wieder los. Aus einem einfachen Zick-Zack-Stich wurden Fadenbällchen.

Eulen-Applikation mit Zick-Zack-Naht
Ja, das war noch das schönste Ergebnis, das ich bekommen konnte.
Erst war ich ziemlich verzweifelt, wollte ich doch nicht das ganze Shirt verunstaltet haben – Mr. Right meinte dann allerdings, dass es so zumindest nach Federn aussähe und ich es deshalb so lassen sollte ;-) Naja, wenn also auch schon keine schöne Naht, dann doch zumindest kreativ!
Nichts desto trotz, ich wollte nicht, dass so etwas noch einmal passiert. Ich habe mich lange genug mit der NäMa rumgeärgert. Für den Abend habe ich also einen Termin mit dem Nähmaschinenladen meines Vertrauens vereinbart. Viel hatte ich mich zuvor nicht über die diversen Marken, Versionen, etc. informiert – hatte aber genau im Kopf was ich für Anforderungen an eine neue Maschinen habe:
  • ausreichend Durchgang, so dass auch größere Teile problemlos verarbeitbar bleiben
  • robuste, (hoch)-wertige Verarbeitung
  • keine „Discounter“-Ware
  • einen Fußanlasser, der auch feineren Druck bemerkt und nicht alleine durch die Gegend rutscht
  • bezahlbar – wenn teuer, dann aber Qualität. Ich will nicht nach ein paar Wochen das erste Mal zur Reparatur kommen müssen
  • Angemessene Größe, nicht winzig aber auch nicht so groß, dass ich keinen Platz mehr auf meinem Tisch für andere Dinge habe
  • im Lieferumfang enthaltenes Zubehör
  • verfügbares optionales Zubehör (bezahlbar!)
  • leichtes Einfädeln und Aufspulen
  • Die Verarbeitung von unterschiedlichen (dünnen, dicken, glatten,..) Stoffen sollte ohne Probleme möglich sein
  • große Stichauswahl (auch Zierstiche)
  • gute Ausleuchtung des Nähbereichs
  • gute Durchstichkraft bei mehreren oder dicken Stofflagen
  • einstellbare Nadelposition (oben oder unten, wenn man stoppt)
  • angemessen für meine Näherfahrung aber mit Spiel nach oben
Optional war:
  • Regelbare Stichgeschwindigkeit
  • Nadeleinfädler
  • Kniehebel
  • Stickstiche (Alphabete, etc.)
  • automatischer Fadenabschneider
  • Spulenüberwachung
  • feste Abdeckhaube
  • Gewicht

 

Nach einem längeren Gespräch und der Vorführung/Tests einiger Maschinen blieben am Ende die Elna eXcellence 760 und die Pfaff Performance 5.0. Entschieden habe ich mich dann für die Pfaff, da mir dort zum einen der Touchscreen besser gefallen hat und auch die technische Ausstattung. Was das Nähgeräusch angeht ist die Elna zwar ein kleines wenig leiser als die Pfaff, aber im Vergleich zu meiner bisherigen sind beide top. Außerdem ist meine Babylock ja auch nicht gerade eine Flüstermaschine ;-)
Der Händler hat mir dann die Vorführmaschine zu einem guten Preis angeboten, außerdem durfte ich die auch gleich mitnehmen – was ich dann auch getan habe. So sieht das gute Stück nun also aus:
Pfaff Pferformance 5.0 - Gesamtansicht
Zubehörfach der Pfaff Performance 5.0
Es gibt zwei Zubehörfächer, einmal vorne, einmal hinten.
weiteres Zubehörfach der Pfaff Performance 5.0
Unter der vorderen Klappe verbirgt sich noch ein herausnehmbares Fach, darunter ist dann nochmal etwas mehr Stauraum.
Das komplette Zubehörfach kann nach links herausgeschoben werden. Im mittleren Bereich ist dann noch Platz für das Netzkabel. So lässt sich auch ein großer Anschiebtisch anbringen.
Display der Nähmaschine Pfaff  Performance 5.0
Das Display – hier im Nähmodus für den einfachen Geradstich. Einstellbar sind (von links nach rechts) Stichbreite/Stichposition, Stichlänge/Stichdichte und Fadenspannung. Im oberen Bereich wird angezeigt welcher Nähfuß empfohlen wird, hier außerdem noch die Dualtransportempfehlung.
Ein paar Tage später gab es dann noch eine ausführliche Einweisung in die Maschine – jetzt sollte also nichts mehr schief gehen.
Was mir bisher aufgefallen ist:
   +  Helle LED-Beleuchtung – kein Schattenwurf – gute Ausleuchtung
   +  Automatisches Vernähen am Anfang und Ende der Naht – super praktisch und kann auch nicht mehr vergessen werden
   +  Automatisches Faden abschneiden – man spart doch etwas Garn im Vergleich zu vorher
   +  großer Fußanlasser, der auch auf leichten Druck reagiert
   +  integrierter Dualtransport
   +  Nadel Hoch-/Tiefstellung: Die Nadel bleibt unten stehen wenn ich mit dem nähen aufhöre. Der
       Nähfuß hebt sich ein ganz kleines Stück, so dass man das Nähgut einfach drehen und dann
       weiternähen kann
   +  Musteranfang: drückt man diese Taste näht die Maschine selbstständig das Muster zu Ende und
       vernäht dann.
   +  Die Muster werden im Bildschirm in der Originalgröße angezeigt, so kann man sich das
       Endergebnis vorher schon sehr gut vorstellen
(Jammern auf hohem Niveau)
   –  Touchscreen reagiert bei leichter Berührung nicht immer – mit dem mitgelieferten Stift klappt es besser
   –  Unterfadenüberwachung: Die Spulen haben eine kleine Einbuchtung, die sich beim Aufwickeln
       zuerst füllt, danach kommt erst die wirkliche Spule. Die Meldung, dass der Unterfaden beinahe
       zu Ende sei kommt bereits wenn die fast leer ist, aber in der Einbuchtung wäre noch genügend
       Faden für einige Nähte. Das kann man allerdings umgehen, indem man beim Aufspulen den
       Faden gleich auf die tatsächliche Spule wickelt und somit diese Einbuchtung leer lässt.
Vorstellen möchte ich meine Neue noch bei Unsere Schätzchen und Machtzentrale

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